Freitag, 23. Juni 2017

Palladium-Margen springen dreimal in acht Tagen

Was geschieht hier?

Innerhalb von acht Tagen hat die CME Group ihre Maintenance Margin für Palladium-Terminkontrakte dreimal deutlich angehoben: am  14. Juni 2017 von 4.000 auf 4.500 US-Dollar, am 16. Juni auf 5.500 Dollar und am 22. Juni weiter auf 6.500 Dollar. Die Änderungen wurden jeweils am nächsten Handelstag wirksam.

Der Preis lag im PM-Fixing am 22. Juni mit 889 Dollar pro Feinunze sogar um 2 Dollar unter dem Preis vom 14. Juni (891 Dollar). Was also rechtfertigt die Margenerhöhungen?

Nachtrag vom 30. Juni 2017: Am 29. Juni machte die Maintenance-Margin für Palladium den größten Sprung auf 7.800 Dollar (das ist der höchste Wert mindestens seit 2010 – weiter zurück reichen meine Aufzeichnungen nicht). An dem Tag war der Preis aber schon schon auf 862 Dollar gefallen.

Nachtrag vom 7. Juli 2017: Am 6. Juli machte die Maintenance-Margin für Palladium einen noch größeren Sprung auf 9.400 Dollar, während der Preis weiter auf 844 Dollar fiel. Das ist schon die fünfte Anhebung innerhalb kürzester Zeit, für die vom Preis her kein Anlass zu erkennen ist.

Nachtrag vom 14. Juli 2017: Am 13. Juli machte die Maintenance-Margin für Palladium-Futures ihren wöchentlichen Sprung auf diesmal 11.200 Dollar. Die Initial-Margin liegt jeweils 10 Prozent darüber. Der Preis im PM-Fixing erreichte 869 Dollar pro Feinunze. Dies ist also die sechste Anhebung innerhalb knapp eines Monats auf inzwischen fast die dreifache Margenhöhe, während sich beim Preis wenig tut.

Nachtrag vom 28. Juli 2017: Diesmal hat es immerhin zwei Wochen gedauert. Am 27. Juli wurde die Maintenance-Margin für Palladium-Futures auf 13.200 Dollar angehoben. Der Preis im PM-Fixing lag bei 879 Dollar pro Feinunze. Die Maintenance-Margin für Platin wurde bei der Gelegenheit übrigens von 1.900 auf 1.600 Dollar gesenkt.

Nachtrag vom 4. August 2017: Es scheint eine unendliche Geschichte werden zu wollen – mit der achten Margenerhöhung in etwas über sieben Wochen auf mehr als das Vierfache des Ausgangswertes bei geringen Preisänderungen. Am 3. August wurde die Maintenance-Margin für Palladium-Futures auf 16.200 Dollar angehoben. Der Preis im PM-Fixing lag bei 895 Dollar pro Feinunze. Ich hoffe noch immer, dass mir jemand erklärt, was hier geschieht…

Samstag, 11. Februar 2017

Bundesbank-Gold: Tresore füllen sich

Mit ihrem 2013 begonnenen Vorhaben, die deutschen Goldreserven ins eigene Land zu holen, ist die Deutsche Bundesbank ein gutes Stück voran gekommen, wie sie am 9. Februar bekannt gab. Sie liegt sogar drei Jahre vor dem Plan. 2016 verlagerte sie 111 Tonnen aus New York und 105 Tonnen aus Paris nach Frankfurt. Nach dem Lagerstellenkonzept von 2013 sollte erst 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven im eigenen Land lagern. Nun sind es bereits 47,9 Prozent.

Gewisse ausländische Bestände hält sie allerdings für sinnvoll, um Gold an Goldhandelsplätzen in Fremdwährungen tauschen zu können. Deshalb bleiben die Depots in New York und London bestehen, während das in Paris aufgelöst wird.

Lagerort
Bestand
Anteil
Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
1.619 t
47,9 %
Federal Reserve Bank, New York
1.236 t
36,6 %
Bank of England, London
432 t
12,8 %
Banque de France, Paris
91 t
2,7 %
Insgesamt (Stand: 31. Dezember 2016)
3.378 t
100,0 %

Die Ende 2016 in ihrem Besitz befindlichen 3.378 Tonnen Gold hatten zu diesem Zeitpunkt einen Gesamtwert von etwa 119,3 Milliarden Euro.